Zum Inhalt springen

Lehrgangsberichte

Bericht vom BL Heki Technik Berlin

(Hamburg, den 9.April 2018) Das Thema des Seminars lautete Tai no warikomi und 38 Kyudoka aus ganz Deutschland fanden sich in der Halle in Berlin Karow ein, die von dem ausrichtenden Verein SG Bergmann-Borsig e.V. eigens für den Bundeslehrgang organisiert worden war.

Feliks F. Hoff (6. Dan Kyoshi) und Thomas Baer (5. Dan) leiteten den Lehrgang und eröffneten ihn an beiden Tagen mit einem Yawatashi. Die hierbei herrschende tiefe Konzentration, Würde und Ruhe durchzog anschließend auch die Atmosphäre des Lehrgangs.
Die Teilnehmer*innen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die jeweils intensiv von einem Sensei betreut wurden. Immer wieder fiel auf, mit welcher inspirierenden Leidenschaft und Hingabe Feliks F. Hoff und Thomas Baer ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Seminarteilnehmer*innen weitergaben.
Intensive Theorie-Blöcke ergänzten das praktische Training. Im Rahmen dessen erwähnte Thomas Baer folgendes Gedicht (Nr. 5 bei Urakami): *

弓を射ば けだかく射な 勢心をば いかにもさけて 引き引き射よ
Yumi o iba, kedakaku iruna, Seishi oba, ika ni mo sagete, hikihiki iyo.

Übersetzung (unter Mithilfe von Sekine Yoshio):
Es ist verboten, gut schießen zu wollen. Vermeide unbedingt Ambitionen,
konzentriere dich auf das, was zu tun ist.

Interpretation (Thomas Baer):
Das Ergebnis eigener Leistung herbeizuwünschen, hält einen gerade davon ab, sich auf das zu konzentrieren, was man für ein gutes Ergebnis selber tun kann.
Man setze den geistigen Fokus zur rechten Zeit auf jede einzelne Aufgabe im Schießablauf,
die zu erledigen sind!
* Die Urheberrechte für diesen Text liegen bei Thomas Baer. Er gewährt die Nutzungsrechte für jedermann im Sinne der Creative   Commons Lizenz „CC BY-NC-ND 3.0 DE”, d.h. freie Weitergabe nur unter Nennung des Rechteinhabers, aber die kommerzielle Nutzung und jede Veränderung der Inhalte des Werks sind untersagt.

Ein herzlicher Dank geht an Feliks F. Hoff, Thomas Baer, an die Gastgeber sowie an all die vielen Helfer, die den Bundeslehrgang vor Ort ermöglichten. (Text: Steffi Goldmann und Rosa Russo)

Fortbildungsseminar mit Individualkorrektur

(Berlin, den 4. März 2018) In Göttingen wurde der erste Lehrgang der Serie zum Thema Seishin Seisha durchgeführt. Als Ziel wurde in der Ausführung des Themas der Weg von der Korrekturabsicht über die Änderung der Einstellung bzw. der Bewegungsbilder bis hin zur Durchbrechung alter Bewegungsmuster angekündigt. Zur Erreichung dieses Ziels wurde in einer kleineren Gruppe von 20 Kyudoka mit längerer Erfahrung (angepeilt Kader und TrC-Wk) eine intensive Individualkorrektur unter Leitung von Feliks und Sorin durchgeführt.

Zu Beginn wurde ein Fragebogen ausgegeben, mit dem neben den persönlichen Kyudo-Daten das länger bestehende selbst benannte Problem abgefragt wurde. Nach dem Vorschießen aller Teilnehmer vor beiden Lehrern gab es eine Abstimmung zwischen den Lehrern über die zu korrigierenden Probleme unter Berücksichtigung des Gesehenen und des Aufgeschriebenen. Allgemeine Punkte, die bei vielen Schützen aufgetreten sind, wurden kurz für alle angesprochen. Ein Grundthema waren Fehler bei der Anlage und Auswirkungen des Dozokuri-Verlusts während der Hassetsu, so dass das Hineinpressen des Körpers in den vollen Auszug und das Hanare eine ungenügende Grundlage hat. Dadurch fehlte Hari (Spannung) an einigen nötigen Stellen. Als Methode zum Überkommen wurde die Übertreibung vorgeschlagen.

Danach erfolgte eine Aufteilung in zwei Gruppen. Ein Lehrer blieb nach Vorschießen den Rest des Tages bei je einer Gruppe und griff bei jedem bei den ersten Schüssen für die individuelle Korrektur direkt an der Shai in die Bewegung ein. Während das Vorschießen fortgesetzt wurde konnten die gerade gemachten Bewegungserfahrungen an den anderen Matos wiederholt werden. Nach dem ersten Durchgang für alle in der Gruppe wurde die direkte Unterstützung fortgesetzt und alternative Zugänge zu der Bewegungsaufgabe aufgezeigt. Am zweiten Tag wechselten die Lehrer die Gruppen, und die individuelle Korrektur der ersten Tages wurde fortgeführt. Später wurde auch noch eine die Frage nach einer zweiten mitgebrachten Aufgabe gestellt und eine weitere Korrektur angeboten. Der Lehrgang schloss mit einer letzten Runde Vorschießen zur Überprüfung der sichtbaren Wirksamkeit der Maßnahmen und einer Feedback-Runde zu den Eindrücken der Teilnehmer ab.

Vielen Dank an Feliks und Sorin für die Durchführung des Lehrgangs. Eine Fortsetzung ist für Ende Oktober in Erlangen geplant. (Text: B. Proppe, Fotos: P.Knipper)

BuL Frankfurt

V.l. Kameo Shigeyasu, Gérald Zimmermann

(Frankfurt 3./4. Februar 2018) An diesem Wochenende fand der BuL mit dem Thema „Shaho Shagi no Kihon und Prüfungsvorbereitung“ in Frankfurt mit dem Ziel statt, die Teilnehmer umfangreich auf die bevorstehenden Prüfungen im April in Japan vorzubereiten.
Insgesamt 29 Teilnehmer vom 3. Dan bis Renshi 5.Dan hatten sich zu diesem Lehrgang in der Frankfurter Ziethenschule mit den beiden europäischen Shogo Gérard Zimmermann (Kyoshi 6. Dan) und Shigeyasu Kameo (Kyoshi 6. Dan) eingefunden.
Bereits im Vorfeld wurden die einzelnen Teilnehmer aufgefordert dem Lehrerteam mitzuteilen, an welchen Korrekturen sie derzeit arbeiten und welche Trainingsschwerpunkte gesetzt sind. Auf diese Weise wurde einerseits der Fokus sowohl der Teilnehmer als auch der Lehrer auf die aktuellen Trainingsschwerpunkte gelenkt und trug so zu einer effektiv und zielgerichteten Korrekturarbeit bei.
Der Aufbau des Lehrgangs war gut und abwechslungsreich.
Der Lehrgang zeichnete sich durch eine gute Mischung von Mitori Geiko, theoretischer
Unterweisung durch die Lehrer, Training von Taihai und Kimonohandhabung aus. Die Yawatashi-, Mochi-Mato- und Hitotsu-Mato-Präsentationen beider Lehrer bescherten den Teilnehmern gute Bewegungsvorbilder und trugen durch den zeremoniellen Charakter zu einer guten Einstimmung auf die folgende Eigenrealisation der Teilnehmer bei. Die Teilnehmer führten unter den wachsamen Augen der Lehrer Hitote in Shinsa no Maai durch.
Bei den Korrekturen gefiel mir einerseits die Fokussierung auf die selbst genannten Trainingsschwerpunkte sehr gut. So konnte eine gute Kontinuität der eigenen Trainingsarbeit gewährleistet werden. Andererseits wurde die Stellung des Einzelnen in seinem Tachi und die damit verbundene Bewegung im Raum in das Blickfeld gerückt, um auch hier die Aufmerksamkeit der Teilnehmer zu befördern.
Die Einschränkung des Teilnehmerkreises auf Unterrichtende, Kimonoträger und Anwärter zur Prüfung des 4.Dan hat m.E. ebenso zur guten und konzentrierten Arbeit beigetragen, das das Niveau im Ganzen gehoben und damit ein konzentriertes Arbeiten befördert. Insgesamt eine gute Mischung aus Theorie, praktischer Anschauung und Eigenrealisation. Eine Fortführung von Lehrgängen dieser Art ist in jedem Fall wünschenswert und so hoffe ich auf eine Fortführung dieser Themen. (Manfred Riemer)