Lehrgangsberichte DKyuB und International
Bericht vom BuL Dan-Vorbereitung in Hamburg
(Hamburg, den 2. April 2026) An einem schönen Frühlingswochenende in Hamburg hielt Feliks Hoff gleich zu Beginn des Prüfungsvorbereitungslehrgangs einen Vortrag zum Thema Dan-Prüfungen und setzte damit den Ton für die kommenden zwei Tage. Er nahm den Teilnehmenden damit gleich ein Stück Anspannung, indem er Prüfungen in den langen Lernprozess des Kyudo einordnete: Prüfungen zeigten lediglich den aktuellen Stand; sie seien aber kein endgültiger Beweis oder ein soziales Etikett, denn „Graduierungen sind nur kleine Meilensteine auf einem ziemlich langen Weg." Feliks stellte heraus, dass Dan‑Grade technische Fähigkeiten sowie ein solides kulturelles Verständnis offenbaren sollten, denn jede Bewegung ist zugleich auch Ausdrucksverhalten, und schlug vor, Prüfungen als Orientierung im Sinn von Shu‑Ha‑Ri zu sehen; im gleichen Zusammenhang erwähnte er San‑Mi‑Ittai als ein sinnvolles Ziel und lenkte so die Aufmerksamkeit weg von Ergebnisfixierung hin zu Sorgfalt und innerer Haltung.
Die 35 Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die am zweiten Tag Shajō und Lehrende wechselten (Feliks F. Hoff und Connie Brandl‑Hoff). Geübt wurde durchgängig im Taihai. Statt gruppenbezogener Allgemeinunterweisung lag der Schwerpunkt auf individuellen Korrekturen in Taihai und Technik, stets mit Augenmaß, damit die Korrekturen in den verbleibenden vier Wochen bis zur Shinsa umsetzbar und im Bereich des Leistbaren bleiben. In den Gruppen entstand eine unterstützende Atmosphäre: Beobachten, gegenseitiges Feedback und intensives Üben prägten die Arbeit.
Jeder Teilnehmende konnte konkrete Ansatzpunkte für das eigene Training mitnehmen und klare Schwerpunkte für die verbleibenden Wochen bis zur Shinsa setzen; dies kam auch in einer großen Abschluss‑Feedbackrunde zum Schluss zur Geltung. Die gute Versorgung durch das Alster Dojo und die umsichtige Betreuung — trotz Streik und Baustellen — trugen spürbar zum Gelingen des Wochenendes bei. Für die bevorstehende Shinsa bleiben den Teilnehmenden nun vor allem konsequentes Üben und gutes Gelingen zu wünschen.
(Text: Simon Grunert, Fotos: Simon Grunert, Petra Fietkau, C. Brandl-Hoff)
Bericht vom Nationalkadertraining – Regionalkader Süd
(Hamburg, den 2. April 2026) Zum kalendarischen Frühlingsanfang traf sich die Regionalgruppe Süd des DKyuB-Kaders zum gemeinsamen Training. Da an diesem Wochenende sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hessen die Landesmeisterschaften stattfanden, war die Zahl der teilnehmenden Kader-Mitglieder recht überschaubar. Somit hatten ein paar Gäste die Möglichkeit, an dem Training teilzunehmen.
Der Lehrgang fand in Pöcking am Starnberger See statt. Das dortige Dojo bot optimale Trainingsmöglichkeiten für die kleine Gruppe. Als Lehrerin war Ingrid Haußner im Einsatz. Sie bediente sich großzügig am Methoden-Buffet. So gab es eine Theorie-Einheit zu Torikake und Hanare mit Schaubildern und anschließender Partnerübung. Es gab kleine Mannschafts- und Einzelwettkämpfe in Kyogi-maai und Shinsa-maai. Auch stand die Video-Analyse wieder auf dem Programm. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden die Kadermitglieder gefilmt. Anschließend wurden die Aufnahmen gemeinsam analysiert und jedes Kadermitglied erhielt individuelle Hinweise zu Schießtechnik und Taihai. Zum Anschluss gab es noch einen Enkin-Wettkampf auf das Neujahrs-Mato des gastgebenden Vereins.
Am Samstag und auch am Sonntag früh war es draußen noch recht kühl. So zeigte das Thermometer zum Trainingsbeginn am Sonntag im Dojo eine Temperatur von 7°C an. Im Laufe des Vormittags setzte sich jedoch die Sonne durch und bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wärmte sich das Dojo auf angenehme Umgebungsbedingungen auf.
In den Pausen wurden die Teilnehmenden im beheizten Teeraum mit allerlei Leckereien versorgt. Vielen Dank an die Mitglieder des Kurenai-Dojo im SC Pöcking-Possenhofen e.V. für die Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder.
Dank geht natürlich auch an Ingrid, die mit viel Erfahrung und Geduld jedem Teilnehmer wieder ein Stück weiter half. (Text und Bilder: Stefan Brendel)
Danprüfungsvorbereitungslehrgang in Ingolstadt
(Hamburg, den 17. März 2026) Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Mitte April finden in Frankfurt/Main Prüfungen zum 3. bis 6. Dan und Renshi statt. Daran werden ca. 200 Schützinnen und Schützen aus Deutschland teilnehmen. Für eine optimale Vorbereitung gibt es derzeit viele Seminare. So fand vergangenes Wochenende ein Bundeslehrgang im oberbayerischen Ingolstadt statt. Aufgrund des großen Interesses war ein paar Tage, nachdem die Ausschreibung verteilt wurde, die maximale Teilnehmerzahl bereits erreicht. So wurde nach Rücksprache mit den Lehrern Ingrid Haußner und Marco Zingsheim die Teilnehmerzahl auf 30 erhöht und der Beginn des Lehrgangs am Samstag um eine Stunde vorverlegt.
Das Teilnehmerfeld war breit gefächert. Von Anwärtern zum 3. Dan, die ihre bisherigen Prüfungen im Rahmen der Video-Shinsa gemacht haben, bis hin zu Kandidaten für den Renshi.
Die Praxis stand an diesem Wochenende klar im Vordergrund. So wurden nahezu ausschließlich im Taihai geübt. Kontinuierlich gab es Rückmeldung von Ingrid und Marco zu Kihontai. Und auch individuelle Korrekturen zur Schießtechnik kamen nicht zur kurz. Während die Renshi-Anwärter mochi mato sharei übten, setzten sich die anderen Teilnehmer mit Shitsu auseinander. Über die zwei Tage war bei allen Teilnehmern eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Die Bewegungen im Taihai wurden sicherer und harmonischer und die Qualität der Schüsse näherte sich den geforderten Prüfungskriterien. Dank der motivierenden Unterstützung durch Ingrid und Marco haben alle Teilnehmer von dem Wochenende sehr profitiert. Es ist klar, dass es innerhalb von 5 Wochen nicht möglich ist, die erhaltenen Korrekturen komplett umzusetzen. Jedoch wurde klar aufgezeigt, an welchen Scherpunkten bis dahin noch zu arbeiten ist. Final wünschten die Lehrer viel Erfolg bei der Prüfung. Augenzwinkernd ergänzte Horst vom ausrichtenden Verein, dass bei Nichtbestehen der Prüfung, die Teilnahmegebühr für das Seminar nicht erstattet wird.
Herzlichen Dank an Ingrid und Marco für das kontinuierliche Engagement. Und ein dickes Dankeschön geht auch an die Helfer vom Donau-Dojo Ingolstadt, die für angenehme Rahmenbedingungen und ein abwechslungsreiches Buffet sorgten. (Text: Stefan Brendel, Bilder: Stefan Brendel, Ingrid Haußner)
Bericht vom TR-CB Ausbildungsseminar Gruppe NO
(Hamburg, den 11. März 2026) Am letzten Februarwochenende fand das sechste Praxisseminar zur Trainerausbildung CB und BL für die Ausbildungsgruppe Nord statt, organisiert vom SG Bergmann-Borsig e. V. im Norden Berlins. Der Lehrplan wurde weitergeführt, die Themen aus dem Onlineseminar aufgegriffen und in ausgiebiger Gruppenarbeit die Vermittlung der Kyudo-Techniken erarbeitet und geübt.
Die Lernbedingungen waren ideal: Das Wetter brachte keinen Sturm, die BVG legte eine Streikpause ein und alle konnten pünktlich und entspannt anreisen. Leider gab es dennoch einige krankheitsbedingte Ausfälle, die kurzfristig absagen mussten.
Auch die Halle und die Organisation waren uns freundlich gesinnt. Es gab keine großen Pannen oder Unerwartetes. Es war warm und fürs leibliche Wohl war liebevoll gesorgt. Viele fleißige Helfer unterstützten bei einem reibungslosen Ablauf.
Wir hatten wunderbare Probanden in den Graduierungen 3. und 4. Kyu. Und damit ideale Voraussetzungen, um uns in der Vermittlung zum Übergang an das Mato-Schießen heranzutasten. Dazu konnten die Lehrbeispiele und Leitmaterialien aus vorangegangenen Praxisseminaren aufgegriffen werden. Es gab Gruppenaufgaben zum Thema Wettkampf und Mato-Schießen. Eine Probandin konnte erstmalig den Umgang mit einem Shitsu erlernen. Eine andere Trainergruppe nutzte vielfältige Lehrmittel. Sowohl das zur Verfügung stehende Whiteboard als auch ein Tablet wurden für eine Veranschaulichung durch einen Film genutzt, um den speziellen Ablauf des Enkin für den Schützen zu vermitteln. Es wurde am Ende mit dem positiven Feedback durch die Probanden belohnt.
Als Abschluss gab es eine Präsentation zur Einführung in die Korrekturarbeit, die einen spannenden Ausblick für die weitere Ausbildung und darüber hinaus versprach.
Vielen Dank allen Trainern und Teilnehmern für dieses produktive Seminar.
Bericht vom Nationalkadertraining – Regionalkader Nord
(Hamburg, den 5. Februar 2026) An einem winterlichen Wochenende im Januar, vom 24. bis 25. Januar 2026, traf sich der Regionalkader Nord in Berlin zum gemeinsamen Training unter der Leitung von Sorin Jurma, 5. Dan. Für mich war es das zweite Kadertraining insgesamt. Als noch relativ neues Mitglied war ich zu Beginn aufgeregt und nervös, zugleich aber von einer großen Neugier getragen.
Von Anfang an herrschte eine offene und herzliche Atmosphäre. Die Gruppe begegnete sich aufmerksam und respektvoll. Neben der Technik spielte auch das Miteinander eine zentrale Rolle.
Der erste Tag stand im Zeichen von Technik, Taihai und deren Verfeinerung. Trainer Jurma stellte uns eine ungewöhnliche und zugleich sehr lehrreiche Aufgabe. Durch das Ziehen von Karten wurden die Teilnehmenden entweder als Schützinnen und Schützen einem von zwei Teams zugeordnet oder übernahmen die Rolle von Motivations- oder Technik Coaches. In dieser Konstellation traten die Teams gegeneinander an. Bewertet wurden sowohl das Schießen als auch das Taihai, das wir gegenseitig beobachteten. Die Situation kam einer realistischen Wettkampfsituation sehr nahe. Zunächst schoss ich selbst im Team und erlebte die Wirkung, direkter Unterstützung, durch einen Coach. Als ich später selbst diese Rolle übernahm, ergab sich ein deutlicher Perspektivwechsel. Das Beobachten von außen, schärfte unseren Blick dafür, wie Bewegungen wirken und welche Aspekte besonders ins Auge fielen. Besonders eindrücklich war für mich die Vielschichtigkeit der Coach- und Lehrerrolle. Es wurde deutlich, dass es nicht nur darum geht, technische Fehler zu erkennen, sondern sie so zu vermitteln, dass Vertrauen, Zusammenhalt und eine gemeinsame Ausrichtung entstehen können. Dabei zeigte sich, wie viel Verantwortung in dieser Rolle liegt und wie unmittelbar sie sowohl das eigene Schießen, als auch das Miteinander in der Gruppe beeinflusst. Diese Erfahrung ließ mich die Tiefe des Kyudo erneut erahnen.
Am zweiten Tag lag der Fokus verstärkt auf dem Taihai. Timing, Atmung und das Finden eines gemeinsamen Rhythmus standen im Mittelpunkt. In Partnerarbeit durfte jede Person der anderen bewusst nur zwei Hinweise geben Klar begrenzt auf das Wesentliche. Diese Reduktion erwies sich als sehr wirkungsvoll und förderte eine präzisere Wahrnehmung. Zum Abschluss leitete Trainer Jurma eine Visualisierungsübung zur Mete (rechten Hand) an. Durch ein neues inneres Bild veränderte sich das Schießen spürbar. Unsere Abschüsse wirkten konzentrierter und schärfer.
Mit dem Vorsatz, die erhaltenen Impulse im Heimverein weiter zu vertiefen, ging das Training zu Ende, begleitet von einem wohltuenden Catering von Ben. Die Offenheit und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe machten deutlich, wie motiviert und engagiert der Kader ist. Zurück blieb nicht nur technisches Wissen, sondern auch ein Gefühl von Verbundenheit, getragen von gemeinsamer Praxis, stiller Konzentration und der Freude am gemeinsamen Weg. (Text: Sabrina Kazzaz · Foto: Ben Kühne, Tanja Balogh)
















