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Lehrgangsberichte aus den Ländern

Jubiläumslehrgang 20 Jahre MainDojo Würzburg

(Würzburg, September 2019)Am 1.9.1999 wurde der Maindojo Würzburg e.V. unter den Fittichen von Barbara Lemke 5. Dan gegründet. Die Gründungsmitglieder waren Elke Hambrecht, Irmgard Guder, Manfred Burkhard, Rainer Maier, Rainer Uschwa, Manfred Walter und Edwin Wolz. Anläßlich dieses Jubiläums veranstalteten die Würzburger Kyudoschützen am 28./29. September einen Lehrgang, hauptsächlich für die Würzburger Kyudoka. Eingeladen hatten wir auch Mitglieder unseres Erlanger Schwestervereins, da Barbara dem Erlanger Verein angehört und diesen mitbegründet hat. Barbara, Ehrenmitglied im Maindojo, konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Als Lehrer hatten wir Feliks Hoff 6.Dan Kyoshi und Connie Brandl-Hoff 5. Dan Renshi zu uns eingeladen.

Als Thema des Lehrgangs hatten wir uns „Hanare" und „Zanshin" gewünscht. Feliks ist dann auch sehr ausführlich auf dieses Thema eingegangen. Er hat uns immer wieder darauf hingewiesen, daß das Treffen zwar sehr wichtig ist, aber es ist ebenso wichtig, immer wieder die eigene Haltung und Einstellung zu hinterfragen. „Wenn ich an der Shai stehe, gibt es dann wirklich nur das Mato und mich? Lasse ich dann alle störenden Gedanken, an Zuschauer, Ehrgeiz und anderes hinter mir und konzentriere mich mit ganzer Hingabe und Konzentration auf das Schießen?" Dieser ständige Kampf mit unseren Gedanken und Bewertungen bei jedem Schießvorgang, die Interaktion zwischen Bogen und Mensch macht Kyudo zu einem Weg im Sinne des Do und führt über das reine Technikverständnis hinaus.

Diese Gedanken und Einstellungen wurden dann nochmals aufgenommen in einer Rede am Abend, die die 1. Vorsitzende des Maindojo, Dr. Jutta Zinnheimer-Dreikorn, anläßlich des 20jährigen Jubiläums hielt. Sie verlas ein Grußwort von Barbara, worin Barbara ausführlich auf die Worte und Gedanken von Inagaki Sensei in seinem Vortrag „Yumi no kokoro" einging.

Feliks führte am Samstag eine Makiwara Zeremonie der Heki Ryu vor. Am Sonntagmorgen erlebten wir eine Hitotsu Mato der Heki Ryu, vorgeführt von Connie und Feliks. Wir alle haben in einer sehr entspannten Atmosphäre sehr viel gelernt und hatten Gelegenheit, Connie und Feliks mit allen Fragen zu Kyudo, Technik, Zeremonien, Tasuki Binden in der Rissha Form u.a. zu löchern. Alles in allem ging das Wochenende viel zu schnell vorbei, und uns steht viel Arbeit bevor, das Gelernte einzuüben. Der Lehrgang, der von Feliks und Connie mit viel Enthusiasmus abgehalten wurde, hat uns alle mitgerissen.

Nochmals herzlichen Dank an Connie und Feliks, die den weiten Weg von Hamburg gekommen sind, um uns zu trainieren, und um mit uns Geburtstag zu feiern. (Text/Fotos Dr. Jutta Zinnheimer-Dreikorn)

Enteki-Sonntag in Rottweil: Die Teilnehmer erschließen sich neue „Horizonte"! August 2019

Als sich am späten Sonntagnachmittag die Teilnehmer des Enteki-Schießens zur Siegerehrung versammelten, waren diese nach einem langen und intensiven Trainingstag sichtlich erschöpft. Doch der Reihe nach, beginnen wir von vorne. 

Die Kyudoka vom Shu Gi Kan Kyu Dojo in Rottweil trafen sich schon in aller Frühe an diesem herrlichen, strahlenden Sonntag, um gemeinsam das Shajô auf dem Rugbyplatz einzurichten. Einige waren damit beschäftigt mit einem sehr langen Maßband alles auszumessen und die Mato, die Zielscheiben in der korrekten Entfernung aufzubauen. Andere bauten einen großen Pavillon als Sonnenschutz und Ruhebereich für die Schützen auf. Ab 9 Uhr trafen die Teilnehmer ein. Sie nahmen weite Anfahrtswege in Kauf, um erste Erfahrungen im Enteki-Schießen zu sammeln. Die 60-Meter Entfernung war für alle Teilnehmer eine neue Erfahrung. Nur Marion Moritz, die dieses Schießen anleitete und die Schützen in diese Technik einführte, verfügte über Erfahrung mit dieser Technik. So war an diesem Tag nicht Individualkorrekturen das Thema, sondern einzig und allein das Vermitteln der speziellen Anforderungen, um diese Distanz zu meistern und den Pfeil sicher in der Zielscheibe zu platzieren.

Die meisten der Teilnehmer standen barfuß auf dem noch angenehm kühlen und kurzgeschorenen Rasen, als die Veranstaltung um 10 Uhr startete. Die Zeit vor der Mittagspause flog, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Einweisung, Erklärung und ersten eigenen Versuchen nur so dahin. Marion Moritz betreute die Schützen, ging von einem zum anderen und gab Tipps über das richtige Setzen der Füße, die korrekte Neigung des Oberkörpers und das Finden des Zielpunktes. Nach und nach zentrierte sich die Streuung und mehr und mehr Pfeile fanden sich im Mato. 
Pausen waren an diesem heißen Tag besonders wichtig. Trinken, trinken, trinken und zwischen den einzelnen Pfeilen immer wieder den Schatten suchen. Die Rottweiler Kyudoka hatten sich bestens vorbereitet. Zur Mittagspause gab es eine gut gewürzte asiatische Gemüsesuppe, die die Bogenschützen wieder auf die Beine stellte. Eine reichliche Auswahl an Kuchen nebst Kaffee und kühlen Getränken rundete das Catering ab. 
Die Sonne stieg höher und stand bereits im Zenit als die Kyudoka wieder auf den Schießplatz zurückkehrten. Der Spaß und die Freude der Teilnehmer war an diesem Tag spür- und sichtbar. So begann der Nachmittag mit 12 Pfeilen freies Training, das ausgiebig genutzt wurden, die Form zu verbessern. An Zuschauern mangelte es an diesem Tag nicht. Umgeben von Freibad und Kletterhalle schauten viele Passanten den Kyudoka quasi „über die Schultern". Auch Edgar Weinmann, einer der Gründerväter des Budo-Zentrums, schaute lange und intensiv zu wie sich das Kyudo in Rottweil entwickelt hat.,

Um den Spannungsbogen hoch zu halten, hatte Marion Moritz gegen 15 Uhr für die Teilnehmer noch eine Überraschung vorbereitet. Das an diesem Tag Gelernte wurde in einem Wettkampf praktisch umgesetzt. Kyudo bedeutet auch in besonderen Situationen unter Druck einen guten Schuss abliefern zu können. Jetzt war für die Teilnehmer Gelegenheit zu zeigen wie ruhig und gelassen sie sich einer solchen Situation stellen können. Die Startreihenfolge wurde ausgelost und und die Teilnehmer schritten zur Shai. Vier Runden mit je 2 Pfeilen wurden. Schnell kristallisierten sich nach den ersten vier Pfeilen aus dem Teilnehmerfeld drei Favoriten heraus. Noch war das Ende offen, noch hätten andere Schützen die Möglichkeit gehabt bei den nächsten vier Pfeilen aufzuschließen oder gar am Favoriten vorbeizuziehen. Beinahe wäre dieser Coup Bernhard Weller vom Budo-Zentrum geglückt. Ihm gelang es den führenden Daniel Bachmann aus Heidelberg noch abzufangen und ein Stechen herauszuschießen. Fritz Klein, der ebenfalls Nervenstärke bewiesen hatte, belegte für das Kyu-Dojo Stuttgart einen hervorragenden 3. Platz. Daniel Bachmann und Bernhard Weller mussten, da sie die gleiche Trefferzahl hatten, ins Stechen gehen. Der Fairness halber wurde auch hier die Reihenfolge ausgelost. Jeder durfte einen Pfeil über die 60 Meter-Distanz schicken, beide behielten die Nerven: Atari – Treffer! Also nochmal. Alles auf Anfang! Ein zweites Stechen war nötig. Dieses Mal war Daniel Bachmann der Nervenstärkere. Souverän traf er die Scheibe und holte sich den Sieg. Bernhard Weller konnte den Wettkampf mit einem hervorragenden 2. Platz abschließen. 
Als Marion Moritz während der Siegerehrung in die Gesichter der Teilnehmer schaute, war ihr klar, das dieser wunderbare Enteki-Sonntag etwas früher enden sollte, als geplant. Platt, aber glücklich und zufrieden steckten die Teilnehmer ihre Pfeile in die Köcher und spannten ihre Bögen ab. Ein  Fazit dieses Tages stand fest: Das „Enteki-Feuer" wurde bei allen Kyudoka entzündet.


Bildlegenden:
Kyudo-Rottweil-01.jpg:
Eine neue Erfahrung für die Teilnehmer: 60 Meter können weit sein.
Foto: Bernd Bittner

Kyudo-Rottweil-02:
Der Sieger des Wettkampfs Daniel Bachmann vom Kyu-Dojo Heidelberg.
Foto: Michael Erhard

Kyudo-Rottweil-03:
Zwischen der Betreuung der Schützen fand auch Marion Moritz Zeit für den einen oder anderen Schuß.
Foto: Bernd Bittner

Kyudo-Rottweil-04:
Am Ende des Tages noch ein Gruppenfoto zur Erinnerung. Vorne in der Mitte der Sieger des Wettkampf Daniel Bachmann, links daneben der Drittplatzierte Fritz Klein, stehen der Dritte von rechts Bernhard Weller, der den zweiten Platz belegte.
Foto: Michael Erhard

Kyudo-Rottweil-05:
Im Laufe des Tages wurden die Ergebnisse immer besser.
Foto: Bernd Bittner

Hari to ito taikai im Kyudojo Ruhr e.V. August 2019

Ein Gi von der Stange ist preiswert und schnell bestellt. Sobald aber die individuelle Figur ein bißchen von der Norm abweicht, passt oftmals der Ausschnitt nicht oder Mann zeigt Bein im Hakama. Oder es besteht der Wunsch nach einer besonderen Farbe, einem besonderen Material zu besonderen Anlässen...

Am 10. August wurde der erste Gi-Nähworkshop des Kyudojo Ruhr durchgeführt, als Landeslehrgang konzipiert und als Vereinsbeitrag zum 50jährigen Jubiläum Kyudo in Deutschland gedacht.

Dank Burkhard Reinberg und der Stadt Hamm hatten wir im Haus der Jugend ideale Räumlichkeiten gefunden, in denen 16 TeilnehmerInnen aus NRW und Niedersachsen den Kampf mit Nadel und Faden aufnahmen. Ein großer, heller Raum mit ausreichend Tischen zum Zuschneiden, Stecken und Nähen, ein kleiner Raum zum Bügeln, eine Küche für das leckere Mitbringbuffet. Eine gute Voraussetzung, um einen ganzen Tag lang den Gi nach Wunsch anzufertigen.

11 Frauen, 5 Männer, 16 verschiedene Stoffe von weiß bis schwarz, dazwischen dezent gemustert oder traditionell japanisch asanoha in indigo oder ganz laut mit Kranichen auf gold-grünem Grund, dünne Baumwolle, Leinen und Köper waren eine Herausforderung en detail!

Am Anfang stand die Umrechnung des Grundschnittes auf die individuellen Maße, dann kam der Zuschnitt, genauer gesagt das mutige Zerreißen der zuvor einmal gewaschenen und gebügelten Stoffe in die erforderlichen Einzelteile. Die Nähte waren zumeist Kappnähte, die beim Stecken, Nähen und Bügeln die volle Konzentration verlangten.

Und dann noch auf rechte und linke Stoffseite achten! Und darauf, dass jeweils ein rechtes und ein linkes Vorderteil eine Front ergeben! Da musste auch manches Mal das Trennmesser eingesetzt werden.

Der Tag war zu kurz, die Arbeit zuviel, ich konnte das Versprechen der Ausschreibung, dass am Ende des Taikai jeder seinen Gi mit nach Hause nehmen konnte, leider nicht halten. Also gab es am Abend eine Lösung. Wer wollte, durfte die Stoffteile, denen man doch schon die eigentliche Form gut ansehen konnte, fertig nähen lassen. Und so hat das Team vom Kyudojo Ruhr ziemlich bald schöne Gi ausgeliefert.

Es war ein sehr fleißiges, sehr fröhliches Miteinander mit ganz viel gegenseitiger Hilfestellung. Manche Verbesserungen in der Planung und Durchführung eines solchen Workshops sind bereits auf dem Papier, so dass es nach der Premiere einen 2. hari to ito taikai geben könnte. (Text: Marita Paulick  Poster und Fotos: Dennis Klein)

Bericht vom Berliner Landeslehrgang 2018

(Berlin, den 9. Dezember 2018) Zum 3. Mal in Folge fand der jährliche Berliner Landeslehrgang unter der Leitung von Shigeyasu Kameo, Kyoshi 6. Dan, statt.
Unterstützt wurde er von den Berliner Trainern Boris Proppe, 4. Dan, sowie Rolf Zimmer, ebenfalls 4. Dan.
Knapp 40 Kyudoka nahmen an dem Landeslehrgang teil, darunter auch 8 Gäste aus Hamburg.
Nach dem Lehrgang fand zudem eine Prüfung zum 3. Kyu statt.
Das Thema des Lehrgangs - Verbesserung der Kihontai - richtete sich an Schützen aller Graduierungen.
Herzlichen Dank für die vielfältigen, inspirierenden Impulse und die intensive Betreuung seitens der Lehrer.(Foto: Thomas Stier).

Erste Offene Trainingswoche in Rottweil

(Rottweil. den 16. Juni 2018)Zwischen dem 11. und 15. Juni 2018 fand im Dojo Rottweil die erste offene Trainingswoche im Süden Deutschlands statt. 13 Kyudoka aus quer Deutschland vom 5. Kyu bis 4. Dan wurden von Feliks F. Hoff angeleitet und korrigiert. Praktisch und ernst, aber auch  humorvoll und mit Herz brachte Feliks allen den Sport (wieder) etwas näher.

Der Name ist Programm: bei der offenen Trainingswoche sind alle angehalten, ihre eigenen Themen mit- und einzubringen, einen festen Plan gibt es nicht. Gespräche und kleine Vorträge entstanden aus der Situation heraus und wurden durch viele interessierte Rückfragen bereichert. So geschah es, das eine Nachmittag die Gelegenheit genutzt wurde, in einer echten Dojo-Umgebung Details von Zeremonien und Höflichkeitsformen zu lernen. Alle Fragen, kurz oder lang, wurden von Feliks ausführlich und mit tiefer Fachkenntnis und Erfahrung beantwortet. Auf Initiative der Lernenden gab es sogar einen Spontanvortrag über die Geschichte des Kyudo in Deutschland, von den Anfängen über die Gründung des DKyuB bis heute.

Auch das Schiessen kam natürlich nicht zu kurz, denn für einige der Anwesenden war die Woche die erste Gelegenheit, in einem echten Dojo Kyudo nachzugehen. Nach einer ausführlichen Korrektur am Montag morgen bekamen alle ein Päckchen für die Woche geschnürt, an dem sie arbeiten konnten. Über die Woche verteilt folgten Übungen, die auch teilweise in Gruppen erledigt wurden: wir lernten, einige Fehler im Eigeneinsatz mit einer anderen Person zu bearbeiten.

Die Stadt Rottweil tat ihr übriges: ob man die Abende im lauschigen Dojo am Neckar oder in der wunderbaren Altstadt verbrachte, es war auf jeden Fall erfreulich. Auch das etwas launische Wetter zwischen Regen und Sonne konnte da nichts rütteln. Freitags gab es das Dojo von oben zu sehen, denn hier wurde das Training mit einem Besuch auf dem ThyssenKrupp Testturm abgerundet. Natürlich trug man stilecht Hakama und Gi.

"Ich bin positiver Stimmung" fasste Feliks in einer Pause zusammen und traf es gut: bei der abschliessenden Feedbackrunde wurde von vielen das gute Gemeinschaftsgefühl betont. Man erfreute sich am gemeinsamen Lernen. Besonders hervorgehoben wurde auch, dass die Theorie immer mit praktischem Einschlag versehen war und konkrete Umsetzungsvorschläge enthielt. Darüber hinaus wurde gelobt, daß das Hauptaugenmerk auf der sicheren Umsetzung von Basistechniken lag und viel Handwerkszeug geliefert wurde, um die Korrekturen mit in das Heimatdojo zu tragen und umzusetzen. Auch wurde von Teilnehmern geäussert, Kyudo nun besser und umfassender zu verstehen.

Wir möchten uns alle bei Feliks für seinen Einsatz und die tolle Woche bedanken! Auch danken wir dem Dojo Rottweil, allen voran den Verantwortlichen Irene Neumeier, Bernhard Weller und Marion Moritz!

(Text: Florian Gilcher / Fotos: Marion Moritz)