Lehrgangsberichte DKyuB und International
Bericht vom BuL Schulübergreifend in Ingolstadt
(Hamburg, den 15. Juli 2026) Am 4. und 5. Juli fand in Ingolstadt ein Kyūdō Lehrgang unter der Leitung von Shigeyasu Kameo (Kyoshi 6. Dan) und Connie Brandl-Hoff (Renshi 5. Dan) statt.
Eröffnet wurde das Wochenende mit einem Sharei, dem zeremoniellen Vorschießen der beiden Lehrenden. Es war besonders spannend, Shige und Connie gemeinsam schießen zu sehen. Ihre Ausführungen unterschieden sich in vielerlei Hinsicht. Japan und Deutschland, Mann und Frau, Heki und Shōmen, Schießen im Stehen und im Knien sowie der jeweils eigene Umgang mit dem Kimono. Dennoch entstand ein harmonisches Gesamtbild. Gerade diese Unterschiede trugen dazu bei und machten deutlich, wie sich ihre unterschiedlichen Wege ergänzten.
Im Anschluss schossen die Teilnehmenden, eingeteilt nach Graduierung, in ihren Tachi. Bereits zu Beginn erklärten die beiden Sensei, dass sich das Seminar am Leistungsstand und den Bedürfnissen der Gruppe orientieren würde. So stand am ersten Tag vor allem das Taihai im Mittelpunkt, während am zweiten Tag verstärkt an der Schießtechnik gearbeitet wurde. Beides ließ sich jedoch nicht voneinander trennen und zog sich als gemeinsamer Schwerpunkt durch das gesamte Wochenende.
Immer wieder wurden theoretische Inhalte mit praktischen Übungen verbunden. Zentrale Themen waren dabei die acht Grundprinzipien des Kyūdō sowie Toriyumi. Gemeinsam wurden bekannte Inhalte gesammelt und durch die Sichtweisen der beiden Lehrenden ergänzt. Dadurch entstanden viele interessante Gedanken und neue Blickwinkel auf Grundlagen, die uns im Training täglich begegnen.
Zwischendurch bot ein liebevoll vorbereitetes Buffet Gelegenheit für Gespräche und den gemeinsamen Austausch. Der erste Seminartag klang anschließend bei einem gemeinsamen Abendessen in angenehmer Atmosphäre aus.
Der Sonntag begann erneut mit einem Sharei der beiden Sensei. Diesmal in Form eines Hitotsu Mato Sharei. Erst später erzählten uns Shige und Connie, dass sie während der Zeremonie ungeplant improvisieren mussten, da sie zunächst an einer anderen Position standen als vorgesehen. Während des Sharei bemerkte dies jedoch niemand. Umso beeindruckender war es zu erleben, wie sich eine unerwartete Situation allein durch Ruhe und einen klaren Geist lösen ließ. Ein Gedanke, den ich aus diesem Wochenende mitgenommen habe.
Anschließend ging es für die Teilnehmenden erneut an das Mato. Ein Vortrag über das Tenouchi und das Verhalten des Bogens half dabei, bekannte Inhalte noch einmal bewusster zu betrachten. Darauf folgten individuelle Korrekturen, die viele neue Impulse für das eigene Training gaben. Besonders interessant war, dass beide Lehrenden trotz ihrer unterschiedlichen Stilrichtungen häufig dieselben Schwerpunkte erkannten. So zeigte sich einmal mehr, wie gut sich ihre unterschiedlichen Perspektiven ergänzten.
Gerade der auf die Graduierungen abgestimmte Aufbau des Lehrgangs machte das Wochenende besonders wertvoll. Theorie und Praxis wechselten sich immer wieder ab und boten ausreichend Gelegenheit, neue Inhalte unmittelbar auszuprobieren und zu vertiefen.
Shige überzeugte mit seiner ruhigen und aufmerksamen Art, Connie mit ihrer herzlichen und zugleich klaren Vermittlung. Gemeinsam ergänzten sie sich auf besondere Weise und schufen eine angenehme Lernatmosphäre, in der jede und jeder dort abgeholt wurde, wo sie oder er gerade auf dem eigenen Kyūdō Weg stand.
So konnten alle Teilnehmenden viele wertvolle Anregungen für das eigene Training mit nach Hause nehmen. Ein herzlicher Dank gilt den beiden Lehrenden sowie dem Donau-Dojo Ingolstadt für die hervorragende Organisation und die herzliche Gastfreundschaft, die dieses lehrreiche Wochenende in besonderer Weise abgerundet haben. Mit vielen neuen Impulsen und schöner Motivation für das eigene Training endete ein rundum gelungenes Seminarwochenende.
(Text: Sabrina Kazzaz, Fotos: Stefan Brendel, Sabrina Kazzaz)
Bericht vom Praxisseminar 8 NO
Der Sommer ist da!
(Hamburg, den 1. Juni 2026) Nachdem die Ausbildungsgruppe im vergangenen Herbst die frische Bremer Kälte in unserer schlecht temperierten Halle kennen lernen musste (es gab einige, die Mütze und Schal zum Hakama und Keikogi trugen) – und ich sie deshalb im Mai noch einmal daran erinnerte, dass es frisch werden könnte –, hat natürlich kaum einer mit dieser wahnsinnigen Hitze gerechnet (draußen waren es 32 Grad, drinnen gefühlt auch)! Und dann gab es im Vorfeld noch einen weiteren Schrecken – wir wurden erst kurzfristig (und unvollständig) darüber informiert, dass am Sonntag eine Großveranstaltung bei der Halle stattfinden sollte...bis zu 2.000 Teilnehmende wurden erwartet! Zum Glück begann der Event erst Sonntagmittag, lediglich die Parkplätze waren voll. Aber die Hitze, die war vor allem am Samstag schon herausfordernd.
Wir hatten trotzdem eine sehr schöne Veranstaltung.
Und das lag nicht nur an der entspannten, freundlichen und wertschätzenden Atmosphäre zwischen allen Beteiligten, sondern auch an den spannenden Themen, der großen Bereitschaft vieler Probandinnen und Probanden, mehrere Korrekturen über sich ergehen zu lassen, sowie an dem leckeren Essen, das die anstrengenden Phasen durch fruchtige und herzhafte Snacks versüßte.
Den heißen Samstag begannen wir mit einem kreativen „Museumsgang“ (die Pädagogen unter den Kyudoka werden diesen Begriff sicher kennen;-), in dem wir unsere ausgedruckten Hausaufgaben – eine vorstrukturierte Visualisierung der Planung einer 90-minütigen Unterrichtseinheit zum Prüfungstaihai vor dem Makiwara – an der Hallenwand aufhängten und uns über die Ausarbeitungen der Ausbildungsgruppe informierten. Im Anschluss sprachen wir in vorab eingeteilten Gruppen mit zugewiesenem Ausbildenden über zwei Ausarbeitungen exemplarisch und stellten dabei Vorzüge und evtl. Fehler oder Schwächen heraus. In sehr wertschätzender Weise konnten so alle hieran in reflektierender Weise von den Ausarbeitungen und der Metareflexion der Ausbildenden profitieren.
Nach einer ersten Pause starteten wir in unser zweites großes Thema des Wochenendes, der Vertiefung der „Praxis der Korrektur“. Feliks führte uns dies beispielhaft mit Hilfe des bereits bekannten Ablaufschemas (Beobachten, Priorisieren, Methode wählen, Umsetzen) mit einem der Teilnehmenden als Probanden vor – bis auf die Umsetzung. Dieser Schritt sollte ohnehin zunächst ausgelassen werden.
Zunächst übten wir noch innerhalb der Gruppen. Im Anschluss erhöhten wir den Komplexitätsgrad und den Anspruch, indem dann die unterschiedlichen Probandinnen und Probanden zum Einsatz kamen, die sich bereitwillig zur Verfügung stellten. Spannend war dabei die große Bandbreite an Graduierungen (vom seit zwei Monaten trainierenden Kyudoka bis zur 3.Dan-Schützin). Zur besseren Transparenz erläuterten die Anwärterinnen und Anwärter jeweils die Schritte. Dadurch wurde nicht nur die eigene Analysekompetenz, sondern auch die Versprachlichung geübt.
Nach diesem sehr ergiebigen Tag stärkten sich einige bei einem gemeinsamen Abendessen, während die anderen erst einmal zur Ruhe kommen wollten.
Den glücklicherweise etwas kühleren Sonntagvormittag begannen wir mit einer kleinen Aufwärmübung, die wieder von einer kleinen Gruppe ausgearbeitet worden war.
Danach suchten wir uns zu selbst gewählten Gruppen zusammen und führten wir die am Samstag begonnene Korrekturpraxis vertiefend innerhalb der Gruppen inklusive des letzten Schrittes, nämlich der Umsetzung mit einem neu zugewiesenen Ausbildenden fort. Dabei verbanden wir dies mit dem Hitote und erhielten auch von den Ausbildenden noch hilfreiche Rückmeldungen.
Nach der Mittagspause beinhaltete der letzte Block die Durchführung der kompletten Korrekturpraxis inklusive Umsetzung an einem Probanden, einer Probandin. Diese vierfache Vertiefung war sehr intensiv, hilfreich und äußerst gewinnbringend.
Abschließend tauschten wir uns in einer Feedbackrunde darüber aus, welche der Bestandteile der Korrektur wir künftig und beim nächsten Seminar ins Auge fassen wollten, um sie besonders zu üben.
Alles in allem hatten wir wieder trotz widriger Umstände wie Hitze und Massenveranstaltung ein sehr spannendes und trainingsintensives Wochenende erlebt, das uns mit großen Schritten vorwärts Richtung Abschlussprüfung gehen lässt. (Text: Dirk Harrie, Fotos C. Brandl-Hoff)
Bericht vom Praxisseminar 7 NO
Am Himmelfahrtwochenende 16.05 und 17.05 fand das siebte Praxisseminar zur Trainerausbildung CB und BL für die Ausbildungsgruppe Nord-Ost statt. Trotz der Kälte sind 23 Teilnehmer und 6 Ausbilder fit zum Seminar gekommen, allerdings konnte eine geplante Teilnehmerin wegen Krankheit nicht teilnehmen.
Diesmal hatten wir das Thema „Korrektur bis zum 2. Kyu“. Am Samstag waren die Teilnehmer in 4er oder 5er Gruppen eingeteilt und haben über die Arbeitsergebnisse aus der Hausaufgabe „Nobiai“ gesprochen und als Gruppe eine Zusammenfassung ausgearbeitet.
Vor dem Vorschießen hatten wir tolle Aufwärmgymnastik in Stationen.
Danach wurden die Teilnehmer in andere Gruppen verteilt, um in der Rolle von Beobachtern und Probanden sich gegenseitig mit einer Nobiai-Checkliste zu beobachten und zu berichten. Wir haben mit der Wortwahl gekämpft, um zu vermeiden, eine Bewertung zu äußern und uns für eine Korrektur zu entscheiden.
Der Sonntag begann mit freiem Schießen.
Dann demonstrierten Connie und Feliks an zwei Teilnehmern als Probanden, was „Sehen“ bedeutet. Es war sehr beeindruckend, wie die beiden Lehrer detailliert Live-Kommentare während des Betrachtens des Schießens gemacht haben. Nach der Demonstration übten die Teilnehmer selber als Probanden- und Beobachter dieses „Sehen“.
Nach der Mittagspause kamen Helfer aus Hamburg, um die Rolle von Schülern zu spielen. Mit den Probanden haben die Teilnehmer den nächsten Schritt „Priorität setzen“ geübt, nämlich welche Beobachtung für eine weiterführende Korrektur die wichtigste ist. Die Probanden waren unterschiedlich in ihrem Kyudoalter, wodurch wir eine sehr gute Gelegenheit hatten, ein weites Spektrum von Niveaus zu trainieren.
Am Ende des Seminars wurde eine ausführliche Feedbackrunde durchgeführt, indem die Teilnehmer beschrieben, welche Lernmomente sie an beiden Tagen hatten. Das war wieder ein sehr lehrreiches Wochenende. Vielen Dank an die Ausbilder und Helfer!
(Text: Chihiro Tanaka, Fotos: Connie Brandl-Hoff)
Bericht von der FoBi E1 Aachen
(Hamburg, den 5. Mai 2026) Am Samstag, den 25.04.2026 ging es bei bestem Wetter für ein zweitägiges Fortbildungsseminar in das schöne Aachener Dojo.
Es waren Trainer aus nahezu ganz Deutschland zusammengekommen, um sich weiterzubilden und voneinander zu lernen, damit wir unsere Schüler in Zukunft noch besser auf ihrem Weg des Kyudo begleiten können.
Die drei Lehrenden waren Feliks Hoff (Kyoshi 6. Dan), Connie Brandl-Hoff (Renshi 5. Dan) und Matthias Seidel (5. Dan), und sie hatten einiges für uns vorbereitet.
Es startete mit einem interessanten Vortrag von Feliks Hoff zum Thema „Vermittlung und Korrektur“. Um eine Korrektur beim Schüler zu erreichen, muss man zuerst eine Abweichung vom Soll erkennen und entscheiden, welche der erkannten Sollabweichungen als erste (wichtigste) zu korrigieren ist. Dabei gibt es die besondere Herausforderung zu meistern zu erkennen, was genau eine Soll-Abweichung ist. Dies ist nicht zu 100% in cm und Grad messbar, auch wenn man es sich so sehr wünscht. Es ist viel wichtiger zu fragen, ob der Sinn dieser Bewegung erreicht wurde. Grobe Abweichungen gehen dann natürlich doch in cm und Grad. Dieses abzuwägen und richtig zu erkennen ist ein schwieriges Geschäft.
Oft stehen wir Trainer vor unseren Schülern und beobachten diese „nur“ von vorne. Um uns allen nochmals erfahren zu lassen, dass die Position hinter und seitlich des Schützen auch wichtige Informationen hervorbringt, haben wir unsere Beobachtungen in „3 D“ geübt. Dabei wird ein Schüler von drei Seiten gleichzeitig von drei Beobachtern in Augenschein genommen. Danach tragen sie ihre Beobachtungen zusammen und entscheiden dann gemeinsam, welches hier die richtige Korrektur ist. Bei der Vermittlung der Korrektur zeigte sich, dass weniger Worte mehr Effekt haben.
Wir waren dafür in drei kleinere Gruppen aufgeteilt und hatten dort alle Rollen einzunehmen, also die der drei Beobachter, des Probanden und des Supervisors, welcher am Ende den drei Beobachtern eine Rückmeldung geben konnte. Dies alles geschah unter den wachsamen Augen unserer drei Lehrer.
So konnten wir am eigenen Leib erfahren, was man alles sieht, wenn man eine andere Position einnimmt. wie andere Trainer den gleichen Schuss verschieden interpretieren und wie unterschiedlich das zu Korrigierende vermittelt werden kann, denn jeder Trainer hat da seinen Stil und nicht zuletzt, wie es sich anfühlt so korrigiert zu werden. Bei einer anschließenden kleinen Feedback-Runde konnten wir alle viel von den anderen lernen, und nebenbei bekamen wir bei diesem Format auch gleich eigene Korrekturen, um unser Schießen zu verbessern.
Am zweiten Tag bekamen wir erst einmal Gelegenheit zu schießen, um zu versuchen, diese Korrekturen umzusetzen. Danach haben wir mit kleinen Theorieneinheiten und weiteren praktischen Übungen das Vorgehen noch vertieft.
Zum Schluss standen uns vier Probanden aus dem Aachener Dojo zur Verfügung, damit wir unser Vorgehen nach dieser 3-D-Methode weiter vertiefen konnten.
Zum Abschluss kann ich sagen, dass es ein abwechslungsreiches Fortbildungsseminar war, in dem kompakt in zwei Tagen viele Themen bearbeitet wurden.
Ich möchte hier dem Ausrichter, den Probanden und natürlich unseren Lehrern für dieses lehrreiche Wochenende danken. (Text: Thorsten Küper, Fotos: Chrysis Lengen)
Bericht vom BuL Dan-Vorbereitung in Hamburg
(Hamburg, den 2. April 2026) An einem schönen Frühlingswochenende in Hamburg hielt Feliks Hoff gleich zu Beginn des Prüfungsvorbereitungslehrgangs einen Vortrag zum Thema Dan-Prüfungen und setzte damit den Ton für die kommenden zwei Tage. Er nahm den Teilnehmenden damit gleich ein Stück Anspannung, indem er Prüfungen in den langen Lernprozess des Kyudo einordnete: Prüfungen zeigten lediglich den aktuellen Stand; sie seien aber kein endgültiger Beweis oder ein soziales Etikett, denn „Graduierungen sind nur kleine Meilensteine auf einem ziemlich langen Weg." Feliks stellte heraus, dass Dan‑Grade technische Fähigkeiten sowie ein solides kulturelles Verständnis offenbaren sollten, denn jede Bewegung ist zugleich auch Ausdrucksverhalten, und schlug vor, Prüfungen als Orientierung im Sinn von Shu‑Ha‑Ri zu sehen; im gleichen Zusammenhang erwähnte er San‑Mi‑Ittai als ein sinnvolles Ziel und lenkte so die Aufmerksamkeit weg von Ergebnisfixierung hin zu Sorgfalt und innerer Haltung.
Die 35 Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt, die am zweiten Tag Shajō und Lehrende wechselten (Feliks F. Hoff und Connie Brandl‑Hoff). Geübt wurde durchgängig im Taihai. Statt gruppenbezogener Allgemeinunterweisung lag der Schwerpunkt auf individuellen Korrekturen in Taihai und Technik, stets mit Augenmaß, damit die Korrekturen in den verbleibenden vier Wochen bis zur Shinsa umsetzbar und im Bereich des Leistbaren bleiben. In den Gruppen entstand eine unterstützende Atmosphäre: Beobachten, gegenseitiges Feedback und intensives Üben prägten die Arbeit.
Jeder Teilnehmende konnte konkrete Ansatzpunkte für das eigene Training mitnehmen und klare Schwerpunkte für die verbleibenden Wochen bis zur Shinsa setzen; dies kam auch in einer großen Abschluss‑Feedbackrunde zum Schluss zur Geltung. Die gute Versorgung durch das Alster Dojo und die umsichtige Betreuung — trotz Streik und Baustellen — trugen spürbar zum Gelingen des Wochenendes bei. Für die bevorstehende Shinsa bleiben den Teilnehmenden nun vor allem konsequentes Üben und gutes Gelingen zu wünschen.
(Text: Simon Grunert, Fotos: Simon Grunert, Petra Fietkau, C. Brandl-Hoff)
Bericht vom Nationalkadertraining – Regionalkader Süd
(Hamburg, den 2. April 2026) Zum kalendarischen Frühlingsanfang traf sich die Regionalgruppe Süd des DKyuB-Kaders zum gemeinsamen Training. Da an diesem Wochenende sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hessen die Landesmeisterschaften stattfanden, war die Zahl der teilnehmenden Kader-Mitglieder recht überschaubar. Somit hatten ein paar Gäste die Möglichkeit, an dem Training teilzunehmen.
Der Lehrgang fand in Pöcking am Starnberger See statt. Das dortige Dojo bot optimale Trainingsmöglichkeiten für die kleine Gruppe. Als Lehrerin war Ingrid Haußner im Einsatz. Sie bediente sich großzügig am Methoden-Buffet. So gab es eine Theorie-Einheit zu Torikake und Hanare mit Schaubildern und anschließender Partnerübung. Es gab kleine Mannschafts- und Einzelwettkämpfe in Kyogi-maai und Shinsa-maai. Auch stand die Video-Analyse wieder auf dem Programm. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln wurden die Kadermitglieder gefilmt. Anschließend wurden die Aufnahmen gemeinsam analysiert und jedes Kadermitglied erhielt individuelle Hinweise zu Schießtechnik und Taihai. Zum Anschluss gab es noch einen Enkin-Wettkampf auf das Neujahrs-Mato des gastgebenden Vereins.
Am Samstag und auch am Sonntag früh war es draußen noch recht kühl. So zeigte das Thermometer zum Trainingsbeginn am Sonntag im Dojo eine Temperatur von 7°C an. Im Laufe des Vormittags setzte sich jedoch die Sonne durch und bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wärmte sich das Dojo auf angenehme Umgebungsbedingungen auf.
In den Pausen wurden die Teilnehmenden im beheizten Teeraum mit allerlei Leckereien versorgt. Vielen Dank an die Mitglieder des Kurenai-Dojo im SC Pöcking-Possenhofen e.V. für die Gastfreundschaft. Wir kommen gerne wieder.
Dank geht natürlich auch an Ingrid, die mit viel Erfahrung und Geduld jedem Teilnehmer wieder ein Stück weiter half. (Text und Bilder: Stefan Brendel)
Danprüfungsvorbereitungslehrgang in Ingolstadt
(Hamburg, den 17. März 2026) Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.
Mitte April finden in Frankfurt/Main Prüfungen zum 3. bis 6. Dan und Renshi statt. Daran werden ca. 200 Schützinnen und Schützen aus Deutschland teilnehmen. Für eine optimale Vorbereitung gibt es derzeit viele Seminare. So fand vergangenes Wochenende ein Bundeslehrgang im oberbayerischen Ingolstadt statt. Aufgrund des großen Interesses war ein paar Tage, nachdem die Ausschreibung verteilt wurde, die maximale Teilnehmerzahl bereits erreicht. So wurde nach Rücksprache mit den Lehrern Ingrid Haußner und Marco Zingsheim die Teilnehmerzahl auf 30 erhöht und der Beginn des Lehrgangs am Samstag um eine Stunde vorverlegt.
Das Teilnehmerfeld war breit gefächert. Von Anwärtern zum 3. Dan, die ihre bisherigen Prüfungen im Rahmen der Video-Shinsa gemacht haben, bis hin zu Kandidaten für den Renshi.
Die Praxis stand an diesem Wochenende klar im Vordergrund. So wurden nahezu ausschließlich im Taihai geübt. Kontinuierlich gab es Rückmeldung von Ingrid und Marco zu Kihontai. Und auch individuelle Korrekturen zur Schießtechnik kamen nicht zur kurz. Während die Renshi-Anwärter mochi mato sharei übten, setzten sich die anderen Teilnehmer mit Shitsu auseinander. Über die zwei Tage war bei allen Teilnehmern eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen. Die Bewegungen im Taihai wurden sicherer und harmonischer und die Qualität der Schüsse näherte sich den geforderten Prüfungskriterien. Dank der motivierenden Unterstützung durch Ingrid und Marco haben alle Teilnehmer von dem Wochenende sehr profitiert. Es ist klar, dass es innerhalb von 5 Wochen nicht möglich ist, die erhaltenen Korrekturen komplett umzusetzen. Jedoch wurde klar aufgezeigt, an welchen Scherpunkten bis dahin noch zu arbeiten ist. Final wünschten die Lehrer viel Erfolg bei der Prüfung. Augenzwinkernd ergänzte Horst vom ausrichtenden Verein, dass bei Nichtbestehen der Prüfung, die Teilnahmegebühr für das Seminar nicht erstattet wird.
Herzlichen Dank an Ingrid und Marco für das kontinuierliche Engagement. Und ein dickes Dankeschön geht auch an die Helfer vom Donau-Dojo Ingolstadt, die für angenehme Rahmenbedingungen und ein abwechslungsreiches Buffet sorgten. (Text: Stefan Brendel, Bilder: Stefan Brendel, Ingrid Haußner)
Bericht vom TR-CB Ausbildungsseminar Gruppe NO
(Hamburg, den 11. März 2026) Am letzten Februarwochenende fand das sechste Praxisseminar zur Trainerausbildung CB und BL für die Ausbildungsgruppe Nord statt, organisiert vom SG Bergmann-Borsig e. V. im Norden Berlins. Der Lehrplan wurde weitergeführt, die Themen aus dem Onlineseminar aufgegriffen und in ausgiebiger Gruppenarbeit die Vermittlung der Kyudo-Techniken erarbeitet und geübt.
Die Lernbedingungen waren ideal: Das Wetter brachte keinen Sturm, die BVG legte eine Streikpause ein und alle konnten pünktlich und entspannt anreisen. Leider gab es dennoch einige krankheitsbedingte Ausfälle, die kurzfristig absagen mussten.
Auch die Halle und die Organisation waren uns freundlich gesinnt. Es gab keine großen Pannen oder Unerwartetes. Es war warm und fürs leibliche Wohl war liebevoll gesorgt. Viele fleißige Helfer unterstützten bei einem reibungslosen Ablauf.
Wir hatten wunderbare Probanden in den Graduierungen 3. und 4. Kyu. Und damit ideale Voraussetzungen, um uns in der Vermittlung zum Übergang an das Mato-Schießen heranzutasten. Dazu konnten die Lehrbeispiele und Leitmaterialien aus vorangegangenen Praxisseminaren aufgegriffen werden. Es gab Gruppenaufgaben zum Thema Wettkampf und Mato-Schießen. Eine Probandin konnte erstmalig den Umgang mit einem Shitsu erlernen. Eine andere Trainergruppe nutzte vielfältige Lehrmittel. Sowohl das zur Verfügung stehende Whiteboard als auch ein Tablet wurden für eine Veranschaulichung durch einen Film genutzt, um den speziellen Ablauf des Enkin für den Schützen zu vermitteln. Es wurde am Ende mit dem positiven Feedback durch die Probanden belohnt.
Als Abschluss gab es eine Präsentation zur Einführung in die Korrekturarbeit, die einen spannenden Ausblick für die weitere Ausbildung und darüber hinaus versprach.
Vielen Dank allen Trainern und Teilnehmern für dieses produktive Seminar.
Bericht vom Nationalkadertraining – Regionalkader Nord
(Hamburg, den 5. Februar 2026) An einem winterlichen Wochenende im Januar, vom 24. bis 25. Januar 2026, traf sich der Regionalkader Nord in Berlin zum gemeinsamen Training unter der Leitung von Sorin Jurma, 5. Dan. Für mich war es das zweite Kadertraining insgesamt. Als noch relativ neues Mitglied war ich zu Beginn aufgeregt und nervös, zugleich aber von einer großen Neugier getragen.
Von Anfang an herrschte eine offene und herzliche Atmosphäre. Die Gruppe begegnete sich aufmerksam und respektvoll. Neben der Technik spielte auch das Miteinander eine zentrale Rolle.
Der erste Tag stand im Zeichen von Technik, Taihai und deren Verfeinerung. Trainer Jurma stellte uns eine ungewöhnliche und zugleich sehr lehrreiche Aufgabe. Durch das Ziehen von Karten wurden die Teilnehmenden entweder als Schützinnen und Schützen einem von zwei Teams zugeordnet oder übernahmen die Rolle von Motivations- oder Technik Coaches. In dieser Konstellation traten die Teams gegeneinander an. Bewertet wurden sowohl das Schießen als auch das Taihai, das wir gegenseitig beobachteten. Die Situation kam einer realistischen Wettkampfsituation sehr nahe. Zunächst schoss ich selbst im Team und erlebte die Wirkung, direkter Unterstützung, durch einen Coach. Als ich später selbst diese Rolle übernahm, ergab sich ein deutlicher Perspektivwechsel. Das Beobachten von außen, schärfte unseren Blick dafür, wie Bewegungen wirken und welche Aspekte besonders ins Auge fielen. Besonders eindrücklich war für mich die Vielschichtigkeit der Coach- und Lehrerrolle. Es wurde deutlich, dass es nicht nur darum geht, technische Fehler zu erkennen, sondern sie so zu vermitteln, dass Vertrauen, Zusammenhalt und eine gemeinsame Ausrichtung entstehen können. Dabei zeigte sich, wie viel Verantwortung in dieser Rolle liegt und wie unmittelbar sie sowohl das eigene Schießen, als auch das Miteinander in der Gruppe beeinflusst. Diese Erfahrung ließ mich die Tiefe des Kyudo erneut erahnen.
Am zweiten Tag lag der Fokus verstärkt auf dem Taihai. Timing, Atmung und das Finden eines gemeinsamen Rhythmus standen im Mittelpunkt. In Partnerarbeit durfte jede Person der anderen bewusst nur zwei Hinweise geben Klar begrenzt auf das Wesentliche. Diese Reduktion erwies sich als sehr wirkungsvoll und förderte eine präzisere Wahrnehmung. Zum Abschluss leitete Trainer Jurma eine Visualisierungsübung zur Mete (rechten Hand) an. Durch ein neues inneres Bild veränderte sich das Schießen spürbar. Unsere Abschüsse wirkten konzentrierter und schärfer.
Mit dem Vorsatz, die erhaltenen Impulse im Heimverein weiter zu vertiefen, ging das Training zu Ende, begleitet von einem wohltuenden Catering von Ben. Die Offenheit und gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe machten deutlich, wie motiviert und engagiert der Kader ist. Zurück blieb nicht nur technisches Wissen, sondern auch ein Gefühl von Verbundenheit, getragen von gemeinsamer Praxis, stiller Konzentration und der Freude am gemeinsamen Weg. (Text: Sabrina Kazzaz · Foto: Ben Kühne, Tanja Balogh)




























