Zum Inhalt springen

Bericht vom BuL Heki in Dresden

(19. November 2017) Am 18. und 19. November 2017 fand in Dresden der Bundeslehrgang Heki-Technik-Süd unter der Leitung von Fritz Eicher statt.

17 Teilnehmer*innen kamen, um die Wirkung des individuellen Yazuka auf das Tai no warikomi zu studieren.

Theoretischer Hintergrund waren Texte von Urakami Sakae Sensei, Inagaki Sensei und Matsuo Sensei zum Tai no warikomi. Anhand dieser übten die Teilnehmer*innen unter der fachkundigen Anleitung in vielen sehr gut aufeinander abgestimmten Schritten die Voraussetzungen für das Tai no warikomi und das Tai no warikomi selbst. Allen Teilnehmenden wurde erneut klar, wie zentral diese Bestandteile für einen dynamischen Abschuss sind.

Vielen Dank an Fritz Eicher für die wunderbare Aufbereitung dieses schwierigen und umfangreichen Themenkomplexes und die sensibel aufeinander abgestimmten Praxisblöcke, die allen Lehrgangsteilnehmern wichtige Einsichten und Fortschritte ermöglichten. (Alexander Höfer)

Sharei-Seminar mit Connie Brandl-Hoff und Shigeyasu Kameo

Fortgeschrittene und Jüngere üben
gemeinsam in Kleingruppen
Mochi Mato Sharei-Übungen in Kleinguppen
Yawatashi-Übungen in zwei Shajo

Ein Sharei-Seminar mit den Lehrern Cornelia Brandl-Hoff und Shigeyasu Kameo, das klingt doch interessant! Das Interesse daran bewiesen die 32 Teilnehmer, die sich am 11./12. November in Düsseldorf eingefunden hatten. Im Vorfeld wurde den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, Fragen oder Wünsche an das Lehrer-Team zu stellen. Gleichermaßen wurde allen Teilnehmern auch mitgeteilt, welche Vorkenntnisse und Vorbereitungen von Ihnen von den Lehrern erwartet wurden. Nach der Eröffnung des Seminars durch ein Heki-Taihai von Cornelia Brandl-Hoff wurden die erwünschten Vorbereitungen auch direkt überprüft – das hieß eine genaue Materialkontrolle von Bogen, Handschuh, Pfeilen und Bekleidung! Da von allen Schützen und besonders Trainern immer eine optimale Vorbereitung erwartet wird, war die aussortierte Menge an Bögen und Pfeilen doch beachtlich.

Bei dem kurzen Zeitrahmen, der für ein Seminar mit der theoretisch möglichen Tiefe vorgegeben war, schaffte es das Lehrer-Team sich inhaltlich an den bunten Mix der Teilnehmer anzupassen, denn obwohl der Lehrgang ursprünglich für Schützen ab 3. Dan ausgeschrieben war, nahmen Kyudoka vom 1. bis zum 5. Dan teil.

Zuerst wurde der Stand der Teilnehmer abgefragt und anschließend mit allen in kleinen Gruppen Mochi-Mato geübt. Die Kimonoträger stellten danach, auf mehrere Shajo verteilt, das Geübte und Gelernte unter Beweis, immer beobachtet von den scharfen Augen der Lehrer, welche direkt Korrekturen gaben. Die kyudojüngeren Schützen beobachteten ebenfalls, da sie inhaltsabhängig teilweise auf Mitori Geiko beschränkt waren. Cornelia und Shigeyasu nutzten die Möglichkeit durch Vorführung von einem Hitotsu-Mato und einem Yawatashi, sowohl als Bewegungsvorbild zu dienen, als auch einige der im Vorfeld gestellten Fragen durch die Praxis zu beantworten. Am zweiten Tag ging es nach dem Yawatashi von Shigeyasu mit Kaizoe Übungen für alle weiter. Dass der Teufel nicht nur im Detail, sondern auch in mangelnder Übung steckt, wurde allen während der nachfolgenden Yawatashi-Übungen auf zwei Shajo bewusst.

Cornelia Brandl-Hoff und Shigeyasu Kameo verstanden es wunderbar allen Teilnehmern neues Wissen und neue Anreize zu vermitteln. Es wurde deutlich das Sharei ein lebendiger Teil von Kyudo ist, der nicht nur beim Üben sondern auch beim Zuschauen begeistern kann. Sämtliche Teilnehmer sind auf eine Fortsetzung gespannt!

(Text: Beate Dorst-Lehmann, Fotos: Shigeyasu Kameo, Stefan Brendel)

Kadertraining mit Sichtung in Karlsruhe

Training in der
alten Reithalle
Karlsruhe

(Karlsruhe, den 5. November 2017) Das letzte Kadertraining des Jahres fand Anfang November in Karlsruhe statt. Traditionell nehmen daran nicht nur aktuelle Mitglieder des Kaders teil.  Das Seminar ist auch offen für interessierte Schützen, die sich den Kadertrainern Sven Zimmermann und Sorin Jurma vorstellen möchten.

Während eines kleinen Mannschaftswettkampfes konnten alle Teilnehmer ihr Können zeigen und wurden hierbei von Sven und Sorin genau beobachtet. Daraufhin bekam jeder Schütze ein paar Hinweise, wie er sein Schießen verbessern kann. In Kleingruppen wurde dann intensiv an der Umsetzung der Korrekturen gearbeitet.

Der zweite Lehrgangstag begann direkt mit einem Einzelwettkampf über 10 Pfeile. Anschließend stellte Sorin seine Trefferstatistik vor, die er über jeden Schützen führt. Hier fließen die gemeldeten Treffer aus dem normalen Training genau so ein, wie die Ergebnisse der Bundesliga, bei Landes- und deutschen Meisterschaften sowie die Leistung bei Kaderseminaren. Im Anschluss an die Fortsetzung der Gruppenarbeit, wurde bekannt geben, dass der Sichtungskandidat Martin Lenz aus Ingolstadt ab sofort festes Mitglied des Kaders ist. Herzlich willkommen im Team.

Die nächsten Kadertrainings dienen der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die im April 2018 in Japan stattfinden wird. Die Mitglieder des Budoclub Karlsruhe haben im Dojo in der alten Reithalle wieder für optimale Rahmenbedingungen und leckere Verpflegung gesorgt. Vielen Dank dafür. (Stefan Brendel)

Verbindliches Fortbildung für Trainer Oktober 2017

(18. Oktober 2017),Trainer Fortbildung Gruppe Süd mit Feliks Hoff und Cornelia Brandl-Hoff:

Die Trainerfortbildungsveranstaltung am Wochenende 14./15.10 in Stuttgart stand ganz unter dem Thema Taihai , speziell dem ANKF-Taihai.

Feliks und Conny referierten und moderierten ein umfangreiches Upgrade und Update zu dem Themenkomplex. Neben Vorträgen zur geschichtlichen Entwicklung des Taihais sowie dem Einfluß der Ogasawara-Schule auf die Etikette bis in die Jetztzeit des japanischen Alltags wurden wesentliche Inhalte des Taihai, Auswirkungen auf das Schießen, Fehlermöglichkeiten und Korrekturansätze, Shitsu, Kaizoe-Rolle sowie grundlegende Bewegungsformen für Steher und Knieform und ihre Auswirkung auf die Gruppendynamik eines Tachi dargelegt und in der Gruppe erarbeitet. Die Teilnehmer konnten dabei nicht nur von dem umfangreichem Wissen der Kursleiter profitieren sondern auch von sehr instruktiven Übungen hierzu, die neue erfrischende Ideen und didaktische Übungsansätze für den Unterricht eröffneten.

Ein herzliches Dankeschön für diese sehr gelungene Veranstaltung an Feliks, Connie und das Team vom Dojo Stuttgart! (Wolfgang Strobel)

Verbindliche Fortbildung für Trainer Mai 2017

Gruppenbild
Vorschießen (F. Hoff)
Dozukuri Übungen
Dozukuri Übungen

(Hamburg, Juni 2017) Am 20./21. Mai 2017 fand in den Räumlichkeiten des Alster Dojo in Hamburg die erste verbindliche Fortbildungsveranstaltung Nord für Trainer statt. Gemäß der Vorankündigung war Taihai das Zentralthema dieses Wochenendes an dem sich 20 Trainer eher aus dem norddeutschen Raum teilnahmen.

Ein Eingangsfragebogen diente als erste Bestandsaufnahme zu diesem Themenkreis. Beim Ausfüllen wurde bereits deutlich, dass die meisten Trainer wohl das ANKF-Prüfungs- und Wettkampftaihai sowie die entsprechende Heki-Form kennen und auch unterrichten, darüber hinaus aber im Bezug auf die verschieden Reisha- bzw. Taihai-Formen nur eingeschränkt oder gar nicht informiert sind.

Feliks führte dann in einem Kurzvortrag in die Zusammenhänge von Reiho, Schießen und den entsprechenden Bewegungsformen ein und konnte anhand von japanischen Beispielen verdeutlichen, dass das Bewegungsgrundmuster des Taihai keine ausschließlich auf Kyudo bezogene Form ist, sondern als japanisches Bewegungsgrundmuster in vielen Situationen des Alltags und im Zusammenhang mit Bewegungskünsten die Basis darstellt.

Im Folgenden wurde dann das Wissen und die Beobachtungsfähigkeit der Teilnehmer an Hand von Video-Beispielen gefordert und erörtert. Diese Beobachtung wurde dann in mehreren Runden Hitote, ausgeführt von den Teilnehmern, fortgesetzt. Eröffnende Übungen zu den Teilaspekten dozukuri, ikiai, maai und zanshin rundeten den Samstag ab, bevor man sich zum gemeinsamen Essen traf.

Am Sonntag standen vor allem praktische Übungen und Demonstrationen im Programm, bevor die eine sehr positive Rückmelderunde der Teilnehmer dies Seminarwochenende abschloss.

Im Oktober werden Trainer des süddeutschen Raums in Stuttgart die Möglichkeit haben sich in diesem Rokka des Kyudo fortzubilden. (Connie Brandl-Hoff, Text und Fotos)

BuL „Rokka" 22./23. April 2017 in Hamburg mit S. Kameo und C. Brandl-Hoff

Gruppenbild
Beim Üben
C. Brandl-Hoff Makiwara
Vortrag Kameo Shigeyasu

(Hamburg, Juni 2017) Die so genannten „sechs Fächer" - kyu-ri (Technik des Bogenschießens), kyu-rei (Schießformen, Etikette), kyu-ho (Handhabung des Materials), kyu-ki (Wissen um das Material), kyu-ko (Materialherstellung und Reparatur) sowie ren-shin (Training von Geist und Körper) ergänzt durch shimei (die Zeremonien) - gehören zum essentiellen Wissen des Kyudo. Als Fortführung der Veranstaltung in Frankfurt im letzten Jahr fand darum am vorletzten Aprilwochenende im Alster Dôjô in Hamburg ein Rokka-Seminar statt, zu dem Kyudoka aus Berlin, Bremen, Lübeck, Erlangen, München, Wardenburg und Neandertal angereist waren. Als Lehrer hatten sich Shigeyasu Kameo, 6. Dan Renshi und Connie Brandl-Hoff, 5. Dan Renshi zur Verfügung gestellt. Ursprünglich auf Trainer und Dan-Träger begrenzt war das Seminar wegen der unerwartet geringen Anzahl von Anmeldungen auch für 1. Kyu-Träger geöffnet worden.

Bei kalten Hamburger Wetter mit plötzlichen malerischen Schauern, sogar Hagel, konnten die Glasschiebetüren des Dôjô zwar noch nicht geöffnet werden, trotzdem lud die holzverkleidete Schießhalle in Hamburg-Lokstedt mit ihrer japanisch orientierten Ästhetik und der sich in frühlingshaftem Grün präsentierenden Schießfläche zu konzentriertem Arbeiten in Theorie und Praxis ein.

Der Sonnabend begann mit Vorschießen durch beide Lehrer vor dem Makiwara und Komato-Mae in vereinfachter Form. Da die Veranstaltung stilübergreifend konzipiert war, erfolgte dies in Heki taihai und ANKF taihai. Anschließend schossen die knapp 20 Teilnehmer hitote, um den Lehrern Gelegenheit zu einer Einschätzung der individuellen Fähigkeiten wie auch des Verhaltens in der Gruppe zu geben. Es schloss ein längerer Vortrag von Shige sensei an, der durch Skizzen an der Tafel und eine Bildpräsentation per Beamer unterstützt wurde. Hauptthema waren die ersten vier Fächer,  kyu-ri, kyu-ho und kyu-ki, also passende Schießtechnik unter der Berücksichtigung der dynamischen Eigenschaften des jeweils verwendeten Materials. Ausführungen zum materialem Aufbau der verschiedenen Bogenarten und dessen Auswirkung auf das spezifische Schießverhalten des jeweiligen Bogens standen so neben Erörterungen zu den Komponenten Sehne und Griffwicklung oder Gewichtsabstimmung und Flugverhalten der verschiedenen Pfeilarten.

Der Sonntag wurde ebenfalls mit einem Vorschießen durch beide Lehrer eröffnet, dieses Mal allerdings zur Demonstration des Themas dieses Lehrgangstages im sharei, der formellen Form. Beide Lehrer traten in Kimono mit fünffachem Kamon auf – Shige sensei mit der Paulownienblüte, Connie sensei mit dem Dreifach-tomoe. Anschließendes Theoriethema waren kyu-rei und ren-shin – die kontinuierliche Verbesserung der Etikette und der körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Leistungen. Praktisch ergänzt wurde der Kurzvortrag von Shige sensei durch anschließende taihai-Durchläufe mit Korrektur und Kommentar, wobei speziell Wert auf die Perspektive des ausbildenden Trainers gelegt wurde.

Es war so wenig überraschend, dass in der Abschlussrunde des Seminars die Resonanz unter den Teilnehmern sehr positiv ausfiel. Insbesondere das Nebeneinander der beiden Stile Heki und Shomen wie auch der Wechsel von informell zu formell im Vorschießen wurden positiv aufgenommen, da sie die Fokussierung auf das Wesentliche des Schießens und Verhaltens unterstrichen. Zwar konnten aus Zeitgründen nicht alle Fragen zu Material und Einzelproblemen geklärt werden, aber man war sich einig, dass die ruhige, entspannte, sogar gelassene Atmosphäre wesentlich zum Erfolg des Seminars beigetragen hatten. Als didaktisch vorteilhaft - also  Nachhaltigkeit der Lehre und Vermittlung der Inhalte dienend - wurde die geringere Teilnehmerzahl gelobt. Dennoch stellte sich die Frage, ob sich unter diesen Umständen noch der niedrige finanzielle Teilnehmerbeitrag halten lässt. In Fortführung der Thematik soll das nächste Seminar „Sharei" im November 2017 stattfinden. (Peter Rodenberg (Text), Shigeyasu, Connie Brandl-Hoff, Fotos)

Frühjahrs-Trainer-Gasshuku 2017 mit Mori-Sensei

Teilnehmer Mori Seminar 2017
Vortrag Mori Sensei
Im Seminar
Im Seminar
Lehrer und Übersetzer
Mori Sensei und Manfred Speidel

(Hamburg, Juni 2017) "Wenn keine Liebe zwischen Schülern und Lehrer fließt, ist der Unterricht untauglich"

mit diesem Zitat aus den Gesprächen von Johann Peter Eckermann mit Goethe umriss Mori Sensei die grundlegende Haltung zwischen Trainer und Schülern. Während des dreitägigen Trainerseminars, das die Kyudoabteilung des Budo Club Karlsruhe, anlässlich ihres 40 jährigen Jubiläums ausrichteten, stand neben der Einstellung und Haltung der Trainer beim Unterrichten, vor allem das individuelle Üben im Vordergrund.

Die Gruppe war gut gemischt aus Trainern und Trainerinnen mit langjährigen Erfahrungen und einigen „Newcomern" mit großem Wissensdurst. Beim Vorschießen bekam jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer Übungsaufgaben und hilfreiche Hinweise für das eigene Schießen. Mori Sensei widmete sich an allen Tagen mit großer Aufmerksamkeit und Geduld unseren Fragen und Belangen. Dank der gewissenhaften Übersetzung von Manfred Speidel und den beigefügten Erläuterungen von Feliks Hoff konnte die Gruppe weitere Facetten und Inhalte der Heki Schule kennenlernen.

Mori Sensei stellte uns eine Typisierung von Schützen vor, die zu Edozeiten in der Sekka-ha Schule beschrieben wurde. Man definierte fünf Gruppen mit unterschiedlichen Merkmalen. Temai Ite  - der schön schießende Schütze, Seiki Ite - der kräftige und lebendige Schütze, Tekiki Ite - der exzellent treffende Schütze, Goukyu  Ite - der Schütze, der einen starken Bogen ausdauernd schießen kann und Koushi Ite - der exzellente Lehrer, der nicht zwingend ein exzellenter Schütze sein muss, aber in der Lage ist das Schießen und theoretische Inhalte zu vermitteln. Zu Kriegszeiten waren vor allem die kräftigen, exzellent treffenden und ausdauernd schießenden Schützen wichtig. In Friedenszeiten, wie wir sie jetzt erleben, ist der exzellente Lehrer von großer Bedeutung. (Schreibweise der japanischen Begriffe unter Vorbehalt)

Ausgehend davon hat Mori Sensei im Jahr 2016 auf seiner Europareise die Schießtechnik von 204 Schützen analysiert. Er konzentrierte sich bei jedem Schützen auf zwei markante Fehler/Mängel. Die Auswertung ergab, dass ca. 23% der Mängel im  Zusammenhang mit dem Tsunomi no Hataraki standen. Ca.17% der Fehler veränderten die Form des Tenouchi bis zum Hanare. Ca.14% zeigten Mängel in Bezug auf das Hanare selbst. Eine Gruppe von ca.9% wiesen Fehler beim Zanshin auf. Fehlerhaftes Aufziehen sowie Mängel im Zusammenhang mit Tsumeai, Nobiai, Nerai, Probleme mit dem Material, mentale Planung, Yurumi, Metsukai, Uchiokoshi, Bikuri und Monomi umfassten die zudem aufgetretenen Mängel.

Mori Sensei vermittelte uns die Wichtigkeit, dass die Schülerinnen und Schüler selbst ein Verständnis entwickeln den Fehler wahrzunehmen, Bewegungsabläufe zu planen und die Erfahrung der Bewegung zu erweitern. Als Trainer sind wir aufgefordert unsere Beobachtungsfähigkeit zu schulen und mit einer Haltung von Sympathie und Aufmerksamkeit die Gefühle, Ängste und Befindlichkeiten wahrzunehmen. In solch einer Atmosphäre von Wohlwollen und Einfühlungsvermögen herrscht ein optimales Lernklima.

Und genau das prägte die Tage während des Gasshuku. Dankbar und bereichert verabschiedeten wir uns von unserem Bundestrainer, der erneut den weiten Weg auf sich genommen hat, um uns ganz im Sinne des Goethe-Zitats, mit seinem Wissen und großen Wohlwollen zu unterstützen.

Die Karlsruher Trainergruppe freute sich sehr über die Glückwünsche und freundlichen Worte, die Connie Brandl-Hoff in ihrer Funktion als Vizepräsidentin Ausbildung, zum 40 jährigen Jubiläum der Kyudoabteilung übermittelte. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle allen Helfern und Helferinnen ausgesprochen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. (Text: Marianne Gröger-Schaffer Fotos: Otmar Hirth, Connie Brandl-Hoff)

Landeslehrgang Würzburg mit F. Hoff

(Würzburg, Juni 2017) Die  Kyudo-Schützen des Main-Dojo Würzburg e.V. hatten am Wochenende vom 22./23. April nun zum dritten Mal Feliks F. Hoff, 6. Dan Kyoshi, zu einem vereinseigenen Lehrgang nach Würzburg eingeladen. Neben 18 Mitgliedern vom 6. Kyu bis zum 3. Dan waren als Gäste Barbara Lemke, 5. Dan, Gründungs- und Ehrenmitglied des Main-Dojo, sowie Kay Radke, 3. Dan, der den Verein in seiner trainerlosen Zeit als Übungsleiter unterstützte, beide aus Erlangen, mit dabei.

Feliks eröffnete am Samstag den Lehrgang mit einem Yawatashi. Nach dem anschließenden Vorschießen bekamen alle Teilnehmer individuelle Korrekturen, die danach jeder im freien Schießen für sich umzusetzen suchte. Generelles Thema des Lehrgangs war zudem Nobiai, das dann auch in einem Theorie-Teil von Feliks anschaulich und ausführlich erklärt wurde. Sehr wichtig, sowohl für die Anfänger am Makiwara als auch die Mato-Schützen, waren die Hinweise, wie sich jeder selbst im Zanshin anhand der Stellung von Yunde und Mette überprüfen konnte, ob er die Bewegungen auch   annähernd korrekt ausgeführt hatte. Feliks thematisierte dabei auch die Wichtigkeit der korrekten Ausführung aller Hassetsu, da nur daraus ein „ehrliches" Zanshin resultieren kann.

Der Sonntagmorgen begann mit einer Makiwara-Reisha-Heki-Zeremonie, durchgeführt von Feliks. Dazu erfolgte auch eine Einführung in die Hintergründe der Kyudo-Zeremonien, z.B. über die Entstehung und den unterschiedliche Einsatz von Hoshi- und Kasumi-Matos. Der folgende Schießverlauf mit Überprüfung der Umsetzung der einzelnen Korrekturen wurde von Feliks um einen weiteren Theorieteil zum Thema Nobiai ergänzt, der den optimalen Kräfteverlauf und der Kraftrichtung, vom Rumpf über die Schultern und Arme bis zu den Händen beinhaltete.

Gegen 14.00 Uhr ging dann ein für alle Schützen lehrreiches Wochenende in einer konzentrierten, aber auch fröhlichen Atmosphäre zu Ende, verbunden mit der Hoffnung, daß dies nicht Feliks letzter Besuch im Main-Dojo Würzburg war.  (Jutta Zinnheimer-Dreikorn)

Trainer C-Ausbildung - Prüfungswochenende

Trainer C Ausbildungsgruppe 2015-17
Lehrproben
Bewertung der schriftlichen Prüfungen

(Hamburg, den 6. Juni 2017) Trainer C Prüfung in Frankfurt

Nach zwei Jahren intensiver Ausbildung trafen sich 22 Trainer C Anwärter und ihre 9 Ausbilder / Prüfer am 25./26. März in der  der Sportschule des Landessportbunds Hessen in Frankfurt zur Prüfung. Diese beinhaltet eine zweistündige, schriftliche Prüfung, eine mündliche Prüfung und eine Lehrprobe. Die einzelnen Prüfungsabschnitte wurden ruhig und konzentriert durchgeführt. 

Drei Kandidaten müssen noch eine Teilprüfung nachholen, alle anderen Teilnehmer konnten die Ausbildung erfolgreich abschließen. Herzlichen Glückwunsch!

Dem Frankfurter Verein gilt ein besonderer Dank. Es wurde in einer Halle extra für die Prüfung ein Azuchi aufgebaut und es standen ausreichend Schützen für die Lehrproben bereit. 

Herzlichen Dank an die Ausbilder/Prüfer dieser 12. Ausbildungsgruppe im deutschen Kyudo, die mit großem inhaltlichen Engagement und hohem zeitlichen Aufwand die Anwärter erfolgreich ausbildeten: Feliks F. Hoff, Manfred Speidel, Connie Brandl-Hoff, Sven Zimmermann, Lilo Reinhardt, Thomas Baer, Sorin Jurma, Fitz Eicher und Dagmar Baer. (Connie Brandl-Hoff)

Feliks F. Hoff erläutert
Hinweise zur Theorie
und Praxis des Prüfens
Üben des Yawatashi
für eine
Prüfungseröffnung
Üben des Yawatashi
für eine
Prüfungseröffnung
Aufbau eines Dojo
für eine Prüfung
Durchführung einer
Realprüfung (Wartezone)
Übungen zum Shitsu
während einer Prüfung
Übungen zum Shitsu
während einer Prüfung
 

Bericht vom BuL Prüfer in Göttingen

( Lübeck, den 2. März 2017) Unter der Leitung der Vizepräsidentin Ausbildung Connie Brandl-Hoff fand am vergangenen Wochenende in Göttingen der Bundeslehrgang „Fortbildung für Prüfer“ statt. Als Lehrer standen neben Feliks Hoff Dagmar und Thomas Baer aus Berlin sowie Connie zur Verfügung.
Mit insgesamt 39 Teilnehmern startete am Samstag eine recht große Lehrgangsgruppe mit 31 altgedienten Prüfern, die sich zwecks Lizenzverlängerung eingefunden hatten, sowie 8 Prüferanwärtern.
Im ersten Theorieblock stellte Feliks die Revision der ANKF Prüfungskriterien vor und gab umfangreiche Erläuterungen und Hinweise zur Theorie und Praxis des Prüfens.
Anhand von Videobeispielen übten die Teilnehmer die Überprüfung der Kriterien für die jeweilige Graduierung. Sie waren gefordert aufgrund zweier Schüsse einer Gruppe von Schützen vor dem Makiwara und zweier Tachi einer Prüfungsvorbereitungsgruppe den jeweiligen Kyugrad der Schützen zu ermitteln. In der Auswertung zeigten sich unter den „Prüfern“ zum Teil erhebliche Abweichungen in der Einschätzung der abgelieferten Leistung So wurde bspw. ein Schütze einmal als 5. Kyu und ein anderes Mal als 2. Kyu eingeschätzt.
Die Tatsache, dass bei objektiv gleichen Voraussetzungen für die Prüfer (Videoaufnahme für alle gleich gut sichtbar, Kenntnis der jeweiligen Kriterien für alle gegeben) dermaßen unterschiedliche Ergebnisse zustande kommen, zeigt dass das Spektrum der Wahrnehmung doch sehr unterschiedlich ist.
Im praktischen Teil des Lehrgangs ging es um die Gestaltung des Prüfungsrahmens.
In zwei Gruppen eingeteilt waren die Lehrgangsteilnehmer gefordert die Durchführung einer Kyu-Prüfung zu organisieren. Während den Prüferanwärtern die Beobachterrolle zukam, hatten die Lizenzinhaber die Aufgabe der Ausgestaltung des Prüfungsrahmens und der Organisation der Prüfung.
Für eine simulierte Prüfung standen fünf freiwillige Schützen des ausrichtenden Vereins zur Verfügung. Alle Lehrgangsteilnehmer hatten die Aufgabe die gezeigten Leistungen auf den 3. Kyu hin zu überprüfen. Wenngleich vielfache Übereinstimmung gegeben war, so passierte es doch auch in dieser Situation, dass teils deutliche Abweichungen in der Einordnung gegeben waren. In einem Fall wurde von vielen Teilnehmern bspw. ein KO-Kriterium übersehen, so dass auch in diesem Durchgang die Problematik der unterschiedlichen Wahrnehmung deutlich wurde. Mag es in dem ein oder anderen Fall der tatsächlich unterschiedliche Blickwinkel gewesen sein, so ist aber zu vermuten, dass auch hier subjektive Einflüsse die Beurteilung nachhaltig beeinflußt haben.
Zum Abschluss des Lehrgangs fand eine reale Kyuprüfung (1 Teilnehmer zum 3.Kyu, 4 Teilnehmer zum 1. Kyu) statt, die durch ein Prüfungsgremium bestehend aus Prüfern verschiedener Landesverbände durchgeführt wurde. (Text: M. Riemer, Fotos: C. Brandl-Hoff, Kameo Shigeyasu)

Bundeslehrgang „Technik und Kihontai“

 

(Frankfurt, den 17./18. Februar 2017) Unter dem Titel "Technik und Kihontai zum korrekten und erfolgreichen Schießen" hatte der DKyuB den ersten Bundeslehrgang des Jahres ausgeschrieben. Offensichtlich war dieses Thema, ganz sicher aber auch die hochrangige Lehrgangsleitung mit Gérald Zimmermann (Kyoshi, 6. Dan ) und Shigeyasu Kameo (Renshi, 6. Dan) Grund genug für 35 Kyudoka nach Frankfurt zu kommen. In seinen Einführungsworten betonte Shige die schul- und stilübergreifende Idee des Lehrgangs mit den Worten, die Begriffe Shomen oder Heki an diesem Wochenende nicht hören zu wollen. 

Nach der formellen Eröffnung des Lehrgangs durch ein Yawatashi von Gérald verschafften sich die Seminarleiter durch ein Hitote einen Überblick über das aktuelle Können der Teilnehmer. In dem sich anschließenden Theorie-Teil erläuterten Gérald und Shige das Kihontai und die Beziehung zu den Kyudo-Prinzipien. Zahlreiche Beispiele und kleine Übungen verdeutlichten dabei Hintergründe und Zusammenhänge. Dadurch, dass die Sensei sich gegenseitig in ihren Wortbeiträgen ideal ergänzten, entstand eine differenzierte Sichtweise, die zu einem ganzheitlichen Bild führte. Fragen seitens der Teilnehmer wurden ausführlich erörtert.

Der zweite Lehrgangstag wurde mit einem Yawatashi von Shige eröffnet. Bei den anschließenden Schießübungen ging es darum, die am Vortag gelernten Prinzipien in die Praxis umzusetzen. Hierbei erhielten die Teilnehmer immer wieder Impulse und auch die ein oder andere persönliche Korrektur durch die Lehrer. Bei der abschließenden Schießrunde waren dann auch Verbesserungen im Taihai und im Fluss der Hassetsu deutlich erkennbar.

Ein eindrucksvolles Beispiel für gelungene Harmonie demonstrierten Gérald und Shige im abschließenden Hitotsu Mato Sharei. Die Rückmeldungen in der Feedbackrunde waren durchgehend positiv, wobei nicht nur der Wunsch nach einer Fortsetzung des Seminars geäußert, sondern auch mehrfach der schul- und stilübergreifende Ansatz lobend erwähnt wurde. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im kommenden Jahr.

Vielen Dank an Gérald und Shige für ihr Engagement und die  Helfer vom Kyudojo Frankfurt für die Organisation, den reibungslosen Ablauf und die erstklassige Verpflegung. (Text: Stefan Brendel und Rolf Gückel, Fotos: S.Kameo, S.Brendel, R.Gückel)